Die berittene Jagd und ihre Musik

Im Kontext der Interreg-Ausstellung "Die Geschichte der Jagd zur Zeit der Salzburger Fürsterzbischöfe" auf Burg Tittmoning hatte Ute Sesselmann von der Stadt Tittmoning als Verantwortliche der Ausstellung und des Rahmenprogramms am 22. September den Schleppjagdverein von Bayern eingeladen. Es wurde ein lebendiges Schauprogramm auf der Burg, das thematisch nicht passender hätte sein können.

Auf dem hochgelegenen Wiesen-Plateau vor der imposanten Burg, dem ehemaligen Jagdschloss der Salzburger Fürsterzbischöfe, mit Blick auf die malerische Altstadt von Tittmoning und die Salzach-Auen, präsentierte die Equipage des Schleppjagdvereins 15 Koppeln (entspricht 30 Hunden) Foxhounds, begleitet von Jagdreitern und berittenen Jagdhornbläsern als Jagdgesellschaft.

Die Zuschauer erlebten ein lebendiges Programm in vier Abschnitten, musikalisch begleitet von den Fanfaren der Bayerischen Jungwölfe:

Meutepräsentation im Innenhof

- Schauschleppe auf dem Burganger

- Curée auf dem Aussichtspunkt oberhalb der Burg

- Vortrag über "Die berittene Jagd und ihre Musik" im Carabinierisaal der Burg

Der historische Ort, der noch unverbaut so ursprünglich wie früher wirkt, versetzte Zuschauer und Jagdreiter in die Zeit der Fürsterzbischöfe und ihrer Jagd zu Pferd hinter den Hunden. Hautnah und lebendig boten sich Bilder wie aus vergangener Zeit, dazu der Klang der Hörner mit dem Geläut der Hunde, die bei einer Schleppjagd kein lebendiges Wild jagen, sondern einer künstlich angelegten Spur (Schleppe) folgen.

Sissi Veit-Wiedemann führte die Meute zusammen mit den Mitgliedern der Equipage: Prof. Dr. Cristina Lenz, Holger Vox, Dr. Rainer Grassler und Andrea Morg, weitere Jagdreiter, darunter 5 Jagdhornbläser der Gruppe "Die Bayerischen Jungwölfe" zu Pferd, folgten als Jagdgesellschaft. Master und Präsident des Schleppjagdvereins, Toni Wiedemann kommentierte die gesamte Präsentation für die Zuschauer, musikalisch begleitet mit Fanfaren der Trompegruppe "Die Bayerischen Jungwölfe".

Bei der Meutepräsentation im Burghof erlebten die Zuschauer die gute Führung des großen Rudels durch die Equipage, Toni Wiedemann erklärte geschichtliche Hintergründe und die Jungwölfe umrahmten mit feierlichem Klang der Trompes.

Für die Schauschleppe hatten die Grundbesitzer den freien, steil abfallenden Hochuferhang zur Verfügung gestellt, womit für die Zuschauer vom Zwinger der Burg aus das Schauspiel der Jagd aus schönster Perspektive mitverfolgt werden konnte.

Beim abschliessenden Curée, der Belohnung der Meute mit Pansen, wieder auf dem Aussichts-Plateau oberhalb der Burg, gab es zur Feier der gelungenen Präsentation ein Gläschen Sekt zu Pferd. Danach ging es zurück nach Froschham, wo Familie Dietsch freundlicherweise Stellplätze für die Transporter der Equipage zur Verfügung gestellt hatte.

Nach Verladen der Hunde und Pferde kehrten die Bayerischen Jungwölfe zurück zur Burg, um den Vortrag ihrer Gruppenleiterin Konstanze Hofinger musikalisch und mit Beiträgen passend zu begleiten. Die berittene Jagd, die bis ins 2. Jahrtausend vor Christus zurückgeht, wurde geschichtlich vorgestellt und damit ein Bogen bis in die heutige Zeit gespannt. Man konnte erfahren, wo und wie die Jagd zu Pferd hinter den Hunden noch heute in vielen Ländern dieser Welt praktiziert wird. Die Darstellung des meist klar vorgegebene, fast zeremonielle Ablaufs einer Reitjagd begleiteten die Jungwölfe aus Traunstein mit den passenden Situations- und Ehrenfanfaren, die sie mehrstimmig vorsangen.

Alles in Allem eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der es in kurzer Zeit viel zu sehen, zu erleben und zu lernen gab. Ganz nach dem Motto der Schleppjagd-Reiterei: In schnellem Tempo reiten, denken und handeln". Denn es gibt sie noch die berittenen Jagdreiter mit Hundemeute und sie leben und pflegen ein jahrhundertealtes Kulturgut.

Auf www.schleppjagd.de/2018/veranstaltungen/tittmoning/tittmoning.html gibt es eine detaillierte Beschreibung des gezeigten Programms in Tittmoning.

Jagdhornmusik auf höchstem Niveau

Die Burg Tittmoning stand auch am Wochenende des 15. und 16. September ganz im Zeichen der Jagdmusik. Andreas Bratzdrum, 2. Bürgermeister Tittmonings begrüßte fast sechzig Hornbläser aus Frankreich, der Schweiz und ganz Deutschland bis in den hohen Norden. Sie waren angereist, um an einem Lehrgangs- und  Konzertwochenende teilzunehmen, das ein Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung „Geschichte der Jagd ... zur Zeit der Salzburger Fürsterzbischöfe“ darstellte.

Konstanze Hofinger von der Initiative Trompe war es gelungen, zehn französische Spitzenbläser um Nicolas Dromer, dem dreifachen internationalen Trompe-Meister aus Frankreich und Dozent am Pariser Konservatorium, als Moniteurs nach Tittmoning zu holen. Ebenso nutzte sie ihre Kontakte, um auch aus Deutschland zwei erstklassige Lehrer zu engagieren: Marion Rieke, beste deutsche Trompe-Bläserin der höchsten Kategorie, widmete sich den Trompe-Bläserinnen und Roger Gilpert, mehrfacher Bundessieger im Solo, Duo und mit der Gruppe, unterrichtete auf den deutschen Hörnern der grünen Jagd.

Am Samstagabend kurz vor Sonnenuntergang bildete das Konzert für alle Jagdhörner im Innenhof der Burg den Höhepunkt des Wochenendes. Die spannenden Wechsel zwischen den deutschen Jagdhörnern und den Trompes begeisterten das Publikum. Die atemberaubende Kulisse des Burghofs mit seiner exzellenten Akustik versetzten die Zuhörer in die Atmosphäre vergangener Zeiten. 

Die französischen Spitzenbläser präsentierten die Trompe-Musik von ihrer schönsten Seite mit sehr unterschiedlichen Stücken. Sehr beeindruckend war dabei ein Wechselspiel der Trompes, bei denen die Bläser aus verschiedenen Positionen im Burghof abwechselnd Fanfaren erklingen ließen.

Die Rupertiwinkler Jagdhornbläser unter der Leitung von Max Poschner ließen die deutschen Hörner stimmungsvoll mit sehr anspruchsvollen und perfekt vorgetragenen Musikstücken erklingen. 

Und dass die Jagdmusik schon junge Leute begeistert, zeigten die Bayerischen Jungwölfe aus Traunstein mit ihren Trompes unter der Leitung von Konstanze Hofinger. 

Der Tittmoninger Belcanto-Chor, geleitet von Barbara Danninger, präsentierte sich hervorragend zwischen den Spitzenmusikern. Der Chorgesang schwebte über dem Burghof. Zusammen mit den im Wechselspiel einsetzenden Trompes ergaben sich ganz eigene Harmonien, die das Publikum bezauberten.

Bürgermeister Schupfner bedankte sich bei allen Mitwirkenden für diese klangvolle Belebung der Burg Tittmoning. Er überreichte Konstanze Hofinger und Ute Sesselmann, den Organisatorinnen des Lehrgangs und der Jagdausstellung Blumensträuße und den französischen Gästen Erinnerungsstücke an Tittmoning. 

Am Samstag, den 22. September findet ein weiterer Höhepunkt des Rahmenprogramms der Jagdausstellung auf der Tittmoninger Burg statt:

Der Bayerische Schleppjagdverein präsentiert sich um 14:00 Uhr im Burghof mit dreißig Meutehunden und wird eine berittene Schauschleppe auf dem Burghang zeigen. Für die Zuschauer wird Toni Wiedemann, der Master der Meute und Präsident des Vereins, das Schauspiel kommentieren. Die Musik kommt von den Bayerischen Jungwölfen, die zum Teil auch hoch zu Ross beteiligt sind. Anschließend hält Konstanze Hofinger mit den Bayerischen Jungwölfen einen Vortrag im Carabinieri-Saal über die berittene Jagd und ihre Musik

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Im Rahmen der Interreg-Ausstellung findet am Wochenende vom 15. und 16. September ein Lehrgang für Jagdhörner auf Burg Tittmoning statt. 

Er richtet sich an jung und alt, Einsteiger und Fortgeschrittene und bietet Unterricht für alle Jagdhörner: Trompe in D, Parforcehorn in Es und Fürst-Pless-Horn.

Einer der ganz grossen Meister der Trompe, Nicolas Dromer aus Frankreich, wird mit seinen „Les Amis“ Samstag und Sonntag in kleinen Gruppen Trompe-Unterricht in allen Disziplinen geben. 

Am Samstag Abend des Lehrgangs präsentiert Nicolas Dromer mit seinen französischen Freunden die Jagdmusik von ihrer schönsten Seite, bei einem Konzert auf der Burg mit den Bayerischen Jungwölfen und den Rupertiwinkler Jagdhornbläsern, sowie dem Belcanto-Chor Tittmoning.

Das Konzert ist öffentlich bei freiem Eintritt.

Ablauf und Unterlagen zum Lehrgang.

Wir freuen uns auf ein klangvolles gemeinsames Wochenende,

Konstanze Hofinger                                     Ute Sesselmann 

für die InitiativeTrompe.de                       Stadt Tittmoning

Die InitiativeTrompe

      informiert seit mittlerweile 3 Jahren über Aktivitäten rund um die Trompe in Deutschland und hat auch über die Grenzen hinaus mit seinem deutsch-französischen Blog viele Freunde gefunden.

Somit geht die Idee auf, sowohl das öffentliche Interesse, als auch die Trompe-Sonneurs-Gemeinde mit Informationen rund um die Trompemusikkultur zu versorgen, sei es mit der Internetseite der InitiativeTrompe.de , oder mit den regelmässigen Benachrichtigungs-Emails an ihre Freunde.

Ich freue mich, neue deutsch-französische Blogbeiträge mit Marion Rieke zur Pädagogik der Trompe hier anbieten zu können.

Und wer im bayerisch-österreichischen Raum etwas zur Geschichte der Barock-Jagd, unter anderem zur Venerie-Jagd und der Trompe erfahren möchte: Vom 25. August bis 14. Oktober 2018 wird es auf Burg Tittmoning eine Euregio Landesausstellung geben mit dem Titel: 

Geschichte der Jagd – zur Zeit der Salzburger Fürsterzbischöfe

In diesem Rahmen wird es Konzerte und Vorträge und auch einen Trompe-Lehrgang mit Nicolas Dromer und den „Les Amis de Nicolas" auf Burg Tittmoning geben.

Weitere Details hierzu per email von der Initiative Trompe anfordern.